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Die meisten kennen ein duales Studium wahrscheinlich so: ihr wechselt alle 3 Monate zwischen eurem Praxisbetrieb und der Hochschule. Das geht aber auch anders! Hier an der hwtk studieren wir nach dem Modell der geteilten Woche. Das bedeutet (in der Regel): 3 Tage in der Woche im Praxisbetrieb und 2 Tage an der Hochschule, oder anders gesagt: jeweils 20 Stunden.

Ich selbst studiere an der hwtk Berlin Hotel- und Tourismusmanagement und bin gerade im 2. Semester. Mein Praxisbetrieb ist ein großes Hotel hier in Berlin. Meine Arbeitszeiten sind aufgrund der Schichtarbeit etwas anders. Ich arbeite im Wechsel 16- bzw. 24 Stunden pro Woche, also entweder zwei oder drei Tage. Da die geteilte Woche ein für viele doch eher unbekanntes Studienmodell ist, möchte ich dich in diesem Beitrag eine Woche lang mitnehmen und dir zeigen, wie eine typische Woche an der hwtk aussehen kann.

 

Montag
Die Woche beginnt für mich am Montag direkt mit einer Frühschicht. Also heißt es zeitig aufstehen, um 6:00 Uhr geht`s los. Diese Woche arbeite ich im Restaurant. Hier räume ich die Tische ab, bringe den Gästen ihren Kaffee und helfe nebenbei beim Abwasch. Nach dem Frühstück bereite ich dann noch mit meinen Kollegen das Restaurant für den nächsten Tag vor. Um 14:30 habe ich auch schon Feierabend. Damit bleibt mir noch genug Zeit den restlichen Tag zu genießen. Ich treffe mich mit ein paar Freunden aus der Uni, die heute Nachmittag ebenfalls frei haben und wir trinken gemeinsam einen Kaffee und reden über unser letztes Wochenende. Nicht allzu spät abends bin ich wieder zu Hause, damit ich morgen wieder fit für die Arbeit bin.

Dienstag
Am Dienstag bin ich nochmals im Restaurant eingeteilt. Heute ist weniger los, sodass ich während der Frühstückszeit schon Dinge aus dem Lager holen kann, um das Buffet aufzufüllen. Nachdem die Gäste gegangen sind, kann ich dann entspannt alles für den nächsten Tag vorbereiten. Auch heute habe ich wie nach jeder Frühschicht um 14:30 Uhr Feierabend. Diesmal fahre ich jedoch direkt nach Hause, denn ich möchte mich noch auf die nächsten Vorlesungen vorbereiten und den Stoff der letzten Woche noch einmal Revue passieren lassen. Es ist Statistik an der Reihe.

Mittwoch
Heute kann ich mir mehr Zeit lassen, ich fange erst etwas später an. Ich habe Mitteldienst, das heißt von 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr. Diesmal jedoch an der Rezeption. Das macht mir auch immer sehr viel Spaß, da ich hier den direkten Kontakt mit unseren Hotelgästen habe. Vormittags checke ich vor allem die Gäste aus. Dann bereite ich mich auf die Anreisen vor und bearbeite Reservierungen. Ab 15:00 Uhr reisen dann neue Gäste an, die ich dann einchecke. Wenn ich nach dem Feierabend zuhause ankomme, ist es zwar schon recht spät, aber dafür habe ich diese Arbeitswoche wieder erfolgreich hinter mich gebracht und kann mich die restliche Woche komplett auf die Uni konzentrieren.

Donnerstag
Mein erster Hochschultag in dieser Woche. Der Donnerstag ist meistens relativ lang. Heute sogar bis 17:00 Uhr. Etwas länger schlafen kann ich trotzdem, denn die Vorlesungen beginnen immer erst um 9:00 Uhr. Es stehen gleich 3 Module auf dem Plan: Statistik, Marketing und Englisch. Mein Lichtblick des Tages ist unsere lange Mittagspause um 13 Uhr. Hier halte ich mich am liebsten draußen auf und gehe mit ein paar Freunden eine große Runde im nächstgelegenen Park spazieren oder hole mir etwas zum Essen beim Bäcker. Auch wenn die Vorlesungen (in der Regel) ziemlich interessant sind, bin ich nach so einem langen Tag meist ziemlich kaputt und freue mich dann auf zu Hause.

Freitag
Heute ist mein letzter Hochschultag für diese Woche. Ich habe, wie fast jeden Freitag, nur bis 13:00 Uhr. Diesmal stehen Finanzbuchhaltung und noch einmal Marketing auf dem Plan. Am Nachmittag habe ich nichts vor, also fahre ich nach Hause und arbeite schon mal den Stoff der letzten 2 Tage nach. Lieber gleich als ständige Prokrastination. Dafür habe ich ja noch das ganze Wochenende frei, dass ich dann komplett genießen kann, wenn ich weiß, dass ich nichts mehr für die Uni tun muss.

Ich persönlich habe mich sehr schnell an das Studienmodell der geteilten Woche gewöhnt. Zum „normalen“ dualen Studium bietet es vor allem den Vorteil, dass man sowohl im Praxisbetrieb als auch im Vorlesungsstoff immer up-to-date ist.

Im Gegensatz zum Vollzeitstudium sind mir durch die praxisorientierte Vermittlung der Studieninhalte auch direkte Einblicke in die Arbeitswelt möglich und zwischen theoretischem Wissen und praktischem Arbeiten entsteht eine enge Verbindung.

Außerdem erlebe ich gerade hier bei meiner Arbeit im Hotel Eindrücke von verschiedenen Fachbereichen, so bleibt mein Alltag immer aufregend und abwechslungsreich!