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Seit September ist Prof. Dr. Wolfgang Schuster neuer Präsident der hwtk. Herr Schuster hat sich für die Leser Zeit genommen, um sich vorzustellen und wichtige Aspekte seiner zukünftigen Rolle an der hwtk zu schildern.



 

Gebürtig in Ulm habe ich Rechtswissenschaften in Tübingen, Genf und Freiburg studiert. In Freiburg war ich in der Studentenpolitik engagiert u.a. als Stellvertretender Vorsitzender des Großen Senats der Universität Freiburg. Nach meiner Referendarzeit – in der ich zugleich promoviert habe – hatte ich ein Stipendium an die französische Elitehochschule Ecole Nationale d’Administration. Zwar hat mich eine wissenschaftliche Karriere gereizt, trotzdem habe ich mich für die Kommunalpolitik entschieden, weil ich gerne die Theorie mit der Praxis verbinden wollte. Einst jüngster Stadtrat in Ulm, habe ich im Staatsministerium in Baden-Württemberg und in leitender Funktion im Stuttgarter Rathaus wirken dürfen, bevor ich zum Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd gewählt wurde. Sowohl in Stuttgart wie in Schwäbisch Gmünd waren Kultur- und Bildungsfragen Schwerpunkte in meiner Arbeit. In Schwäbisch Gmünd habe ich u.a. ein internationales College der University of Maryland, eine Europäische Akademie für Oberflächentechnik, eine Technische Akademie in Verbindung mit einem Studienzentrum der Fernuniversität Hagen gegründet. Ab 1993 war ich als Bürgermeister in Stuttgart zuständig für Bildung, Kultur und Sport. Als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart von 1997 bis 2013 war ich u.a. im Universitätsrat der Universität Stuttgart aktiv. Als weltweit vernetzte Exportstadt mit Bürgern aus 175 Nationen war es mir sehr wichtig, dass möglichst alle Kinder und Jugendliche eine faire Bildungschance erhalten. Dementsprechend hat die Stadt ganz erheblich in schulische und außerschulische Bildung investiert.

2013 habe ich als Präsident des Rates der Gemeinden und Regionen Europas die European Foundation for Education (EFE) gegründet mit dem Ziel, die Jugendarbeitslosigkeit durch Bildungsprojekte, die Theorie und Praxis verbinden zu bekämpfen. Im Rahmen eines EU geförderten Programms bin ich in zehn Ländern mit EFE aktiv, um duale Studiengänge mit dortigen Hochschulen und Unternehmensverbänden einzuführen.

Seit Januar 2015 bin ich Vorsitzender der Deutsche Telekom Stiftung. Schwerpunkt der Stiftungstätigkeit sind Projekte der MINT-Bildung in der Digitalen Welt. So habe ich u.a. das Forum Bildung Digitalisierung initiiert, indem  wir mit einer Reihe von großen deutschen Stiftungen die Kultusminister bei der Einführung der Digitalen Medien in den Schulen sowie bei der Lehrer Aus- und Fortbildung beraten.

Ich freue mich, meine Erfahrungen und Netzwerke in die Arbeit der hwtk einbringen zu können. Bei der weiteren Entwicklung der hwtk ist es wichtig, dass sowohl die Bildungsangebote wie die Lehr- und Lernmethoden die vier Megatrends: Globalisierung, Digitalisierung, Individualisierung und wachsende Heterogenität aufnehmen. Dies mit dem Ziel, den Studierenden die persönlichen wie beruflichen Kompetenzen zu vermitteln, die sie im 21. Jahrhundert brauchen.

Dazu gehören Fachwissen als Grundlagen -und Orientierungswissen, kognitive Fähigkeiten, soziale und kommunikative Kompetenzen sowie interkulturelles Verstehen. Um diese Kompetenzen zu erlernen müssen die Lehr- und Lernprozesse dual angelegt sein. Das bedeutet: die Verbindung von Theorie mit Praxis, von Grundlagenwissen mit Problemlösungskompetenz, von analogen mit digitalen Lernformen, von selbstbestimmten mit kooperativem Lernen, von eigenständigem mit teamorientiertem Arbeiten sowie von Selbstreflektion mit interkulturellem Verstehen.

Erfolgskriterium ist für mich vor allem, ob die Studierenden zukünftig in ihrem beruflichen und privaten Leben erfolgreich sind und die Kooperationsunternehmen mit den Studierenden wie mit unserer Hochschule zufrieden sind.

In diesem Sinne möchte ich die hwtk – auch mit einem neuen Namen – stärker international und deutschlandweit ausrichten. Diesen Weg möchte ich in guter Kollegialität mit allen Verantwortlichen gehen. Den dafür notwendigen Dialogprozess haben wir begonnen. Er wird  – auch was die Forschungsschwerpunkte angeht – fortgesetzt und soll im nächsten Jahr auch zu einem neuen Leitbild der Hochschule führen.