preloder

Public Viewing als eine neue Form des Zuschauerverhaltens in Sport, Politik und Kultur, erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Auch während der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft in Russland werden sich wieder viele Fans auf gemeinsame Public Viewing Besuche in Kneipen, Biergärten oder öffentlichen Schauplätzen freuen. Die Ausrichtung von Public Viewing Events so genannter Fan Feste anlässlich sportlicher Großereignisse kann positive Effekte auf den Tourismus und die regionale Wirtschaft haben. Mit einer Kapazität von 500.000 Besuchern ist die Fanmeile in Berlin nicht nur das größte Public Viewing Event in Berlin, sondern in ganz Europa. Trotz des wachsenden Zuspruchs von Seiten der Konsumenten, wurde das Thema Public Viewing Events bislang kaum wissenschaftlich erforscht. Unsere hwtk Professorin und Vizepräsidentin Prof. Dr. Gabriele Mielke nahm dies zum Anlass das relativ junge Phänomen des Public Viewings am Beispiel von Fan-Festen in Berlin während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien zu untersuchen. Ziel ihrer Studie war es, die touristisch-ökonomischen Effekte durch die Ermittlung von Reise- und Konsummustern der Besucher von Public Viewing Events in Berlin zu quantifizieren. Die Befunde machen deutlich, dass „Public Viewing“ Events einen Beitrag zur Angebotserweiterung und Attraktivitätssteigerung einer Destination leisten. So locken Fan-Feste nicht nur die lokalen Bewohner, sondern auch eine beachtliche Zahl an Reisenden in die Destination. Insofern sollte die Ausrichtung von „Public Viewing“ Events als Investition in das Standortmarketing aufgefasst werden (Event-Signaling). Durch die Ausrichtung von Public Viewing Events lassen sich die eventinduzierten Konsumausgaben steigern. Es zeigt sich demnach ein wirtschaftlicher Effekt durch die eventspezifisch zurechenbaren Ausgaben der Besucher von Fan Festen. Der zurechenbare Wirtschaftseffekt ist weniger als Instrument der Konjunktur- und Wachstumspolitik für Berlin, sondern als „angenehmer Nebeneffekt“ zu sehen. Wichtig hierbei ist es, dass eine Refinanzierung eventbedingter Kosten in der Veranstaltungsplanung gewährleistet ist. Angesichts des generellen Literaturdefizits sowie des Mangels an Zuschauerbefragungen bei Sportevents und „Public Viewing“ Events im Speziellen stellen die Befunde zum Reise- und Konsumverhalten der „Public Viewing“ Eventbesucher zukünftigen Prognosen über die ökonomische Auswirkung solcher Ereignisse und der konkreten Organisationsplanung in der Praxis wichtige Eckwerte zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Thema Public Viewing findet ihr in diesen Veröffentlichungen:

Mielke, G. (2015). Event-Legacies: Eine Analyse der Auswirkungen von Public Viewing Events anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 für die Stadt Berlin. Discussion Paper 1/2015 der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur. Berlin: HWTK (http://www.hwtk.de/docs/HWTK-Discussion-Paper_2015-1.pdf).

Mielke, G. (2017). Touristisch-ökonomische Effekte von Public Viewing Events am Beispiel von Fan-Festen in Berlin anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2014. In R. Roth & J. Schwark (Hrsg.), Wirtschaftsfaktor Sporttourismus. Ressourcenmanagement, Produkt- und Destinations-entwicklung (S. 53-62). Berlin: Erich Schmidt.