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Eine Vielzahl von euch, liebe Studierende, hat bereits die neuen Professor*innen kennengelernt. Mit Prof. Dr. Annette Hoxtell, Prof. Dr. Michael Garmer, Prof. Dr. Eike Thomsen, Prof. Dr. Volker Hasewinkel und Prof. Dr. Alexander Martin wird das Professorenteam um fünf Persönlichkeiten bereichert. Wir freuen uns sehr, dass sie da sind!

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, die neuen Professor*innen etwas näher kennenzulernen und Ihnen ein paar Fragen zu stellen. Nachdem sich im vergangenen Interview bereits Prof. Dr. Annette Hoxtell und Prof. Dr. Michael Garmer unseren Fragen gestellt haben, präsentieren wir euch heute Prof. Dr. Alexander Martin und Prof. Dr. Volker Hasewinkel. 

 

Lieber Herr Prof. Dr. Martin,

wir begrüßen Sie herzlichst an der hwtk Berlin. Sie sind neben der Professur an der hwtk auch als Lehrbeauftragter für Innovationsmanagement an der Uni Flensburg tätig – Wie funktioniert Ihr Zeit- und Stressmanagement?

Das ist eine gute Frage. Momentan bin ich mir gar nicht sicher, ob mein Zeit- und Stressmanagement überhaupt wirklich funktioniert. Im Ernst: Mein Wechsel an die hwtk Berlin erfolgte relativ kurzfristig und die Lehrplanung bei meinem vorigen Arbeitgeber, der Europa-Universität Flensburg, war zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen. Insofern war ich fest für die Veranstaltung eingeplant. Auch wenn sich sicherlich andere Lösungen gefunden hätten, letztlich bereitet mir das Lehren große Freude, gerade im Fach „Innovationmanagement“. Daher wollte ich auch nicht darauf verzichten. Dass es schlussendlich nicht über Gebühr stressig geworden ist, lag aber auch daran, dass ich diese Veranstaltung schon öfters angeboten habe und das Ganze als mehrtägiges Blockseminar im September und Oktober 2017 stattgefunden hat. Zu einer Zeit also, als der Lehrbetrieb an der hwtk Berlin noch nicht begonnen bzw. richtig Fahrt aufgenommen hatte. Die zeitliche Entzerrung hat die doppelte Belastung abgeschwächt. Naja, noch sind die Seminararbeiten zu dieser Veranstaltung nicht korrigiert, mal sehen, wie ich das in ein paar Wochen sehen werde.

Zurück zu Ihrer Frage: Ich versuche, meinen Tag möglichst klar zu strukturieren und eindeutige Prioritäten zu setzen. Das hilft schon ungemein, auch wenn ich darin sicherlich noch etwas besser werden könnte. Darüber hinaus ist es mir wichtig, trotz meines vollen Terminkalenders jeden Tag einen, wenngleich auch kleinen Ausgleich zu haben. Auch das klappt zwar nicht immer, aber ich versuche es zumindest. Sport hilft ungemein, oder ein gutes Buch oder ein Kinobesuch.

 

Weshalb sind Ihrer Meinung nach Innovationsmanager potenzielle Helden der Digitalisierung?

Ob Innovationsmanager die Helden der Digitalisierung sind, oder zumindest in naher Zukunft sein werden, weiß ich nicht. Aber Sie sagen es ja selbst: potenzielle Helden, und das trifft es schon ganz gut. Auf jeden Fall dürften Innovationsmanager und das gezielte Management von Innovationen in zunehmenden Maße durch die Digitalisierung an Bedeutung gewinnen. Zu denken ist hierbei etwa an vielfältige Möglichkeiten, die sich aus der internen und externen Vernetzung aller am Wertschöpfungsprozess beteiligten Bereiche, Prozesse und Akteure ergeben. Diese Vernetzung und Integration gilt es innovativ zu gestalten und fortlaufend an technische und gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen. Die Digitalisierung eröffnet darüber hinaus auch vollkommen neue Möglichkeiten für die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle. Gerade hier stehen wir meines Erachtens noch ganz Anfang und es ist zum heutigen Zeitpunkt nur schwer, wenn überhaupt absehbar, was da noch alles auf uns zukommen wird. Für das Management von Innovationen bieten sich somit ungeahnte Möglichkeiten und Perspektiven. Innovationsmanager werden daher in naher Zukunft wohl immer wichtiger werden. Ihnen fällt, wenn man so möchte, in Bezug auf die Digitalisierung eine Schlüsselrolle zu, davon gehe ich fest aus.

Auf der anderen Seite steigen mit der fortschreitenden Digitalisierung auch die Anforderungen an das Management von Innovation – und somit auch an die Innovationsmanager selbst. Umso wichtiger ist es also, dass sich Forschung und Praxis eingehend und systematisch mit den Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklung und Gestaltung von Innovationen im Zeitalter der Digitalisierung auseinandersetzen, und dies aus einer ganzheitlichen Perspektive. Digitalisierung mag zwar in erster Linie eine technologische Dimension besitzen und durch neue technologische Entwicklungen kontinuierlich vorangetrieben werden, sie ist aber mehr als reine Technologie. Digitalisierung wird die Art und Weise wie wir zukünftig denken, fühlen, kommunizieren, interagieren und arbeiten substantiell und nachhaltig verändern. Die hier angedeutete Verschränkung von Technologie, Kultur und Arbeit eröffnet neue Horizonte, birgt aber auch Risiken, und zwar sowohl für die Beschäftigten als auch für die Unternehmen selbst. Das Management von Innovationen wird jedenfalls komplexer werden. Insofern ja, den Innovationsmanagern könnte durchaus die Rolle der (hoffentlich nicht tragischen) Helden zufallen. Sie besetzen eine klassische Schnittstellenfunktion und müssen die verschiedenen betrieblichen und überbetrieblichen Akteure mit deren jeweils individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen, aber Interessen zusammenbringen und koordinieren, und das in einem hochdynamischen Wettbewerbs- und Gesellschaftsumfeld. Das ist spannend und wichtig, aber eben auch nicht einfach.

 

Wie nutzen Sie Ihre Freizeit abseits von Fragen der Wirtschaft?

Oben ist es ja bereits angeklungen, ich versuche möglichst viel Sport zu treiben. Wann immer es mir möglich ist, verlasse ich mit meinem Rennrad die Stadtgrenzen, um durch die Brandenburgische Landschaft zu fahren. Und sollte es meine Zeit zulassen, fahre ich auch mal gerne in den Harz, um dann dort Rennrad zu fahren. Als Süddeutscher vermisse ich die Berge, trotz aller sonstigen Vorzüge, die Berlin zu bieten hat. Neben dem Rennradfahren gehe ich noch relativ regelmäßig Laufen und Schwimmen. Darüber hinaus interessiere ich mich für das Theater oder zeitgenössische Ausstellungen. Und gerade jetzt im Winter ist es auch immer schön, in Ruhe ein gutes Buch zu lesen.

 

Was geben Sie den Studierenden mit auf den Weg?

Seien Sie stets interessiert, neugierig und kritisch.

 

Lieber Herr Prof. Dr. Hasewinkel,

wir begrüßen Sie ebenfalls herzlichst an der hwtk Berlin. Welche Kurse werden Sie bei uns im Wintersemester 2017/2018 unterrichten und wo liegen Ihre Forschungsschwerpunkte?

In diesem Semester habe ich in der Lehre folgende Veranstaltungen übernommen: Management Internationaler Unternehmen, Unternehmensgründung, deskriptive Statistik, Finanzbuchhaltung/Bilanzierung/ Bilanzanalyse, das betriebswirtschaftliche Seminar im 5. Fachsemester und Finanzmanagement in der Hotellerie.

 

Meine Forschungsschwerpunkte liegen bei Finanzierungsthemen und an den Schnittpunkten zwischen „harten“ und „weichen“ Themen der Betriebswirtschaftslehre, z.B. Personalentwicklungsthemen.

 

Sie arbeiten nebenbei als Berater in der Personalentwicklung – Wie sieht ein modernes Mitarbeiterprofil aus, welche Skills sind heutzutage unabdinglich?

Deutlich zu unterscheiden sind Skills (Kenntnisse, Erfahrungen) und Competencies (Eigenschaften, Einstellungen und Denkweisen). Insbesondere Kenntnisse sind relativ leicht zu erlernen, veralten leider aber auch schnell. Es ist also notwendig, das eigene Wissen ständig aktuell zu halten.

Unabdingbar sind aber zusätzlich die Competencies, die individuell über das ganze Leben zu entwickeln sind. Man könnte hier auch von der Persönlichkeit eines Menschen sprechen, und die entscheidet am Ende auch über den beruflichen Erfolg.

Unternehmen definieren deshalb meist keine Mitarbeiterprofile, sondern die spezifischen Stellenanforderungen, die anhand der benötigten Skills beschrieben werden können, und suchen dann Mitarbeiter, deren Persönlichkeit zum Unternehmen passt.

 

Wie nutzen Sie Ihre Freizeit abseits von Wirtschaftsthemen?

Wichtig sind für mich meine Familie und meine Freunde und die Zeit mit Ihnen. Ich interessiere mich außerdem sehr für die Berliner Kulturszene – Theater, Museen, Konzerte, etc. Gerne bin ich draußen in der Natur, ich segle und laufe Ski.

 

Was geben Sie unseren Studierenden mit auf den Weg?

Arbeiten Sie nicht nur während des Studiums an Ihren Skills, sondern auch danach. Und richten Sie den Blick über den Tellerrand, um Ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Engagieren Sie sich z.B. ehrenamtlich, und nutzen Sie dazu auch die unglaubliche Vielfalt und die Möglichkeiten Berlins!

 

Vielen Dank für die interessanten Gespräche!