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Im Zuge der Digitalisierung steht der Finanzsektor gegenwärtig und in Zukunft vor enormen Herausforderungen. Geschäftsmodelle müssen angepasst werden, neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Anachronistische Strukturen weichen dem modernen Finanzwesen. Zweifelsfrei bleibt die Finanzbranche innerhalb der deutschen und internationalen Volkswirtschaften ein Sektor mit Strahlkraft. Von Bedeutung sind vor allem die Auswirkungen auf Gesellschaft und Politik. Um den Herausforderungen entschlossen entgegentreten zu können, rekrutieren Unternehmen qualifizierten Nachwuchs möglichst früh.

Wir haben zwei Akteure aus der Branche getroffen –  den hwtk-Professor Prof. Dr. Volker Hasewinkel und den Branch Manager der tecis Finanzdienstleistung AG Julian Eilert -, um ihnen einige branchenspezifische Fragen zu stellen.


Sehr geehrter Prof. Dr. Hasewinkel,

der Bankensektor innerhalb der EU hat im vergangenen Jahr ca. 50000 Arbeitsplätze abgebaut – Wie behauptet man sich dennoch in der Finanzbranche?

Die Niedrigzinsphase führt seit Jahren zu einem starken Druck auf die Zinsmargen der Banken. Gleichzeitig sind die Regulierungsauflagen seit der Finanzkrise 2008/2009 nochmals deutlich gestiegen. Dadurch müssen die Banken u.a. mehr Eigenkapital vorhalten. In diesem Umfeld versuchen Banken sich zu behaupten, indem sie Aktivitäten mit hohen Fixkosten bzw. mit hohem Risiko meiden oder abbauen. Zu diesen abzubauenden Aktivitäten gehören z.B. ein umfangreiches Filialnetz oder Kreditengagements mit hohem Risiko, wie Schiffsfinanzierungen.

Attraktiv erscheinen in diesem Umfeld Kredite mit relativ geringerem Risiko, wie z.B. Baufinanzierungen für Private. Parallel zum Filialabbau verbessern und vereinfachen Banken die elektronischen Zugangsmöglichkeiten für ihre Kunden.

 

Ist ein digitales Mindset in Zeiten der Fintechs unausweichlich?   

In der Tat gilt auch für die Financial Services, dass alles was digitalisierbar ist, auch digitalisiert werden wird. Dabei haben die Banken allerdings einen Nachteil: Sie gehörten bei der Einführung der Großrechner vor einigen Jahrzehnten zu den ersten Branchen, die IT in großem Umfang auf Großrechnerlösungen eingesetzt haben. Deshalb sind ihre Systeme aufwändig auf die heutigen Möglichkeiten umzubauen. Finanzberater diskutieren derzeit intensiv die Möglichkeiten sog. Robo-Adviser. FinTechs können neue Systeme schnell aufbauen und bringen eine hohe Dynamik in den Finanzsektor; ihre Marktdurchdringung ist aber insgesamt noch gering. Daher ist ein digitales Mindset in den Financial Services sehr hilfreich.

 

Welchen Anteil können Hochschulen bei der Ausbildung in Financial Services leisten?

Wie auch für andere Branchen können Hochschulen eine systematische und akademische Grundlagen-Ausbildung bieten. Diese ist für die Studierenden wie auch die Unternehmen ein hervorragendes Fundament für ein erfolgreiches Berufsleben. Deshalb bieten sich auch für die Financial Services duale Studiengänge ganz besonders an, sowohl für Finanzdienstleister, Banken oder Versicherungen.

 

 

 

Sehr geehrter Herr Eilert,

aus Ihrer Managersicht – Was unterscheidet einen guten Arbeitgeber von einem exzellenten Arbeitgeber?

Heutzutage ist es nicht mehr so, dass man sich fragen sollte, was kann ein Mitarbeiter für die Firma tun, sondern wie kann das Unternehmen die Ziele jedes einzelnen Mitarbeiters unterstützen und fördern und somit gemeinsam erfolgreich werden. Die neue Generation strebt nach der Verwirklichung ihrer selbst und

will in ihrem Leben etwas erreichen und dabei positives für Ihr Umfeld bewirken. Genau hier setzten wir ein. Wir sind aktuell so dynamisch, dass wir in Berlin von 500 auf 2500 Mitarbeiter, bis in das Jahr 2025, wachsen werden. Hierfür bieten wir jungen Menschen die Chance von Anfang an, bei einer großen Story dabei zu sein und entscheidend mitzuwirken, um den Finanzmarkt zu verändern. Darum legen wir besonderen Wert auf die Entwicklung der Persönlichkeit und der Soft Skills jedes Mitarbeiters von uns, das geschieht bei freier Zeiteinteilung und einem Höchstmaß an individueller Freiheit, die man als Unternehmen bieten kann, denn wir sind der festen Überzeugung, dass Menschen zielstrebig, fleißig und ehrgeizig sind, wenn man Ihnen eine Plattform bietet, um ihre Ziele und damit die der Firma zu erreichen.

 

Was macht den Finanzdienstleistungssektor so attraktiv für qualifizierte Bewerber? Was zeichnet tecis AG aus im Vergleich zum Wettbewerb?

Für das was wir erreichen wollen, stehen wir erst am Anfang. Im Jahr 2013 waren bei der tecis AG ca. 2800 Mitarbeiter beschäftigt. Heute sind es knapp 4700 Mitarbeiter und das Wachstum setzt sich ungebrochen fort. Allein in Berlin wollen wir bis zum Jahr 2025 insgesamt 50 Standorte eröffnen. Hierfür entwickeln wir Standortleiter aus den eigenen Reihen. Das Besondere dabei ist, dass man schon während des Studiums in einem Standortleiternachwuchsprogramm dafür ausgebildet wird. Unsere Vision ist es jeden in Deutschland am Produktivkapital zu beteiligen und somit die Möglichkeit zu bieten seine finanziellen Träume zu erfüllen.

 

Tecis ist Kooperationspartner der hwtk für duale Studierende – Das Duale Studium: Ihr Erfolgsmodell für Recruiting?

Für viele Firmen ist es von entscheidender Rolle, dass ihre Mitarbeiter schon im Bewerbungsprozess über Berufserfahrungen verfügen sollen. Den meisten Studenten jedoch fehlt gerade während des Vollzeitstudiums die Möglichkeit, praxisnahe Erfahrungen zu sammeln. Deshalb kooperieren wir mit der hwtk, um jungen Leuten die Chance zu geben theoretisches Wissen direkt, qualitativ umzusetzen.

 

Vielen Dank für die interessanten Gespräche.