Im Januar 2019 erhalten drei Dualstudierende der hwtk die Gelegenheit, in einem einmaligen Stipendium der Hochschule die Volksrepublik China und beispielhaft den dortigen Studienbetrieb im Fachbereich Hotellerie kennen zu lernen. An dieser Stelle berichten Caroline, Jennifer und Kazim in loser Folge von ihren Erlebnissen und Eindrücken in Foshan (Provinz Guangdong).

10. Januar 2019

Heute wurden wir um 8.30 abgeholt und sind ca. 20 Minuten mit dem Auto bis zum Intercontinental Foshan gefahren worden. Ein schönes Gebäude mit 38 Etagen und einer schönen Grünanlage ringsherum. Wir wurden direkt herzlich von der Operationsmanagerin Liz in der großen Lobby empfangen. Sie erzählte uns mehr über die Architektur der Lobby. Diese ist nämlich so gebaut, dass man eine bessere Akustik hat und z.B. hören kann was am anderen Ende des Raumes geflüstert wird. Die Gestaltung ist eine Mischung aus chinesischen Traditionen und moderner Kunst. Durch das Frühstücksrestaurant sind wir weitergelaufen und haben uns den Fitness- und SPA-Bereich näher angeschaut. Der Bereich wird von einer anderen Firma in Kooperation mit dem Intercontinental geführt. Auf der Terrasse waren zwei große Pools mit Ausblick auf die ganze Stadt. Die Führung ging weiter zur Präsidentensuite im 37. Stock. Diese kostet pro Nacht 40.000 YEN, also ungefähr 5.700€. Die Suite verfügt über eine eigene Bar, ein eigenes Teehaus, eigene Sauna und einen Whirlpool mit Blick auf die Stadt.

Danach sind wir in die Clubetage gefahren, wo uns Icy, eine ehemalige Studentin der Foshan Polytechnic empfangen hat. Hier können die Gäste, die in der 36. Etagen oder höher wohnen essen und sich aufhalten.

Anschließend sind wir zum Front Office gegangen und haben einen Einblick in das Buchungssystem OPERA bekommen. Außerdem sind wir ins Backoffice gegangen, wo wir die Schatzkammer und den Customer Service Room kennenlernen durften. Der Concierge hat die Hotelführung weiter übernommen und uns seinen Aufgabenbereich vorgestellt. Die Gäste haben vor Ort die Möglichkeit direkt ein Auto bis hin zu Bussen mieten.

Mittagessen gab es in der Mitarbeiterkantine. Mittlerweile können wir schon viel besser mit den Stäbchen umgehen. Pause haben wir in der Clublounge gemacht, wo wir das erste Mal in China wieder richtigen Kaffee trinken konnten. Nach der Pause hatte Icy Zeit ein paar Fragen von uns zu beantworten und uns von ihren Erfahrungen zu berichten:

  1. Wie lange ist man jeweils in einer Abteilung? –> 3 Jahre
  1. Wie viele Studenten gibt es hier? –> Nicht viele. Die meisten Studenten verlassen das Hotel nach dem ersten Praktikum, da sie dem Druck nicht gewachsen sind.
  1. Kann man sich nach der Ausbildung für eine Abteilung entscheiden –> Man kann einen Wunsch äußern, aber es wird von den Vorgesetzten bestimmt.
  1. Welche Abteilungen hast du bereits kennengelernt, während des Studiums? –> Front Office und Club Lounge
  1. Was ist dein Karriereziel –> In 15 Jahren möchte sie General Manager sein
  1. Wie viele Leute sind täglich in der Clublounge? –> Zum Frühstück und zur Teepause kommen ca. 40 Leute, aber danach nur noch wenige
  1. Wie lange ist ein normaler Arbeitstag? –> Der normale Arbeitstag hat 8h, aber meistens arbeitet sie 10h täglich. Die Pausen dauern immer ca.2h.
  1. Gibt es Mitarbeiterrabatte –> Mitarbeiter bekommen 15% Rabatt auf die Zimmerpreise bei Intercontinental und können in der Mall nebenan günstiger ins Kino gehen. Außerdem wohnen alle Mitarbeiter in gemeinsamen Wohnungen, die vom Arbeitgeber gestellt werden. Diese wohnen zu viert in einem Zimmer. Icy und andere höhere Manager bekommen sogar eine eigene Wohnung. In diesen Gebäudekomplex gibt es auch extra Essen für alle Mitarbeiter. Dieser kann auch nur mit dem Mitarbeiterausweis betreten werden.
  1. Wie viel Urlaubsanspruch hast du? –> Im ersten Jahr bekommt man 7 Tage Urlaub und pro Jahr einen Tag mehr. Da sie seit 2 Jahren dort arbeiten hat sie 9 Tage Urlaub im Jahr.
  1. Welche Kurse musste sie in der Unibesuchen? –> Sie hat eigentlich Finanzen studiert und musste 14 verschiedene Kurse bestehen, um ihr Diplom zu bekommen

Im Anschluss haben wir vom Housekeeping ein kleines Training im Betten beziehen und Handtücher falten bekommen. Hierfür gibt es spezielle Techniken und viele verschiedene Figuren können aus den Handtüchern gefaltet werden. Das Zimmermädchen hat uns beigebracht, wie man einen Elefanten aus zwei Handtüchern faltet. Zuletzt gab es ein gemeinsames Abendessen in der Kantine und wir mussten uns schon wieder verabschieden.

Viele Grüße aus Foshan,
Kazim, Jennifer und Caroline