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Kathedrale in Clermont-Ferrand in der Region Auvergne (Frankreich)

Kathedrale Clermont-Ferrand

 

Im vergangenen Semester war unsere hwtk-Studierende Marie Beckmann (6.FS Business Administration, Kultur- und Medienmanagement) für ein Semester an der Université Blaise-Pascal in Clermont-Ferrand. Marie hatte die Möglichkeit als eine der ersten Studierenden der hwtk Berlin am Erasmus+  Programm teilzunehmen und Studienabläufe aus einer anderen Perspektive kennenzulernen.

Clermont-Ferrand ist die Hauptstadt der französischen Region Auvergne und wird vom größten Naturpark Frankreichs mit seinen atemberaubenden Vulkanen umgeben. Ökonomie und Industrie bilden das Fundament einer Stadt mit ansässigen Firmen wie bspw. Volvic oder Michelin und geben den Studierenden weiterführend die Möglichkeit Praxiserfahrung im Bereich Business Administration zu sammeln.

Die Universität Blaise-Pascal, eine von zwei staatlichen Universitäten im Gebiet Clermont-Ferrand, ist mit mehr als 16000 Studierenden eine der großen Universitäten Frankreichs und ist mit 2160 Studierenden aus dem Ausland eines der Zugpferde in der französischen Bildungslandschaft.

Die hwtk erhielt im Jahr 2015 die Erasmus+ Charta, deren zentrales Anliegen es ist die Mobilität zu Lernzwecken zu fördern, und hat somit die Möglichkeit Studierende, sowie Alumni auf ein Auslandssemester-, oder Praktika zu schicken.

 

Wir haben Marie getroffen um uns über ihre aufregende Zeit in Frankreich auszutauschen und euch einen Einblick in den Alltag eines Erasmus+ Studierenden zu vermitteln.

 

Wieso hast du dich für Clermont-Ferrand in Frankreich entschieden? Oft fällt die Entscheidung eher auf Metropolen.

Marie: Gerade weil es keine Metropole ist. Berlin ist eine unglaublich tolle Stadt, groß, viel Trubel, immer was los. Wenn man 20 Minuten mit der Bahn braucht, um irgendwo hinzukommen, ist das schon kurz. Mir war danach mal etwas ganz anderes zu sehen. Clermont hat sich da natürlich angeboten. Es ist ruhig und klein, man kann überall hinlaufen und trifft Personen zufällig auf der Straße. Das hat mich gereizt. Dazu kommt, dass die Uni dort wirklich gut ist und ein großes Spektrum an Kursen hat. Neben den betriebswirtschaftlichen Fächern können dort auch kulturelle Fächer belegt werden. An sich fand ich Frankreich einfach immer schon spannend. Die französische Kultur ist sehr eigen und die Franzosen wirkten auf mich immer sehr elegant und schön. Eine Kultur, in die ich eintauchen wollte. Außerdem bin ein kleiner “Sprachenfreak” und ganz begierig darauf neue Sprachen zu lernen. Französisch stand dabei immer ganz oben und so bat sich mir die Gelegenheit.

 

Welche Unterschiede hast du kulturell und im Hochschulwesen bemerkt?

Die Franzosen sind ein sehr eigenes Volk. Kultur hat bei ihnen einen ganz anderen Stellenwert. Besonders wenn es ums Essen geht merkt man Das. Einer meiner Mitbewohner hat mir jeden Abend erklärt, was ich alles falsch mache beim kochen und wie es besser geht und welche Lebensmittel auf gar keinen Fall zusammen gegessen werden dürfen. Das war immer sehr amüsant. Die Hochschule war auch ganz anders als hier, was aber auch daran liegt, dass wir an der hwtk nur zwei Tage in der Woche Uni haben. Dort hatte ich jeden Tag mindestens einen Kurs. Also einen richtigen Uni-Alltag. Allgemein waren die Dozenten strenger. Mit dem Handy in der Hand konnte man nicht in der Vorlesung sitzen. Insgesamt empfand ich das Studium als praxisbezogen, was mir sehr gut gefallen hat. Wir haben einfach vieles praktisch machen dürfen. Das war für mich als praxisorientierter Mensch wunderbar.

 

Kannst du uns hilfreiche Tipps für ein Auslandssemester – speziell in Frankreich – geben, die dir geholfen haben?

Ruhe bewahren. Das ist das allerwichtigste. Die Organisation der Hochschule ist sehr durcheinander. Keiner weiß, wer für was zuständig ist. Da muss man sich dann einfach durchfragen. Bei mir hat es ungefähr 4 Wochen gedauert, bis ich meinen Stundenplan hatte.

Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen so viel französisch wie möglich zu reden. Dadurch, dass man viel Zeit mit den anderen Erasmus Leuten verbringt, gibt es eine Neigung zum Englisch reden. Die Sprachkenntnisse der Landessprache werden aber nicht besser.

Und schließlich alles mitnehmen was geht. Es gibt so viele Angebote an den Hochschulen für Erasmusstudenten und auch privat ergeben sich Chancen viel zu entdecken. Während des Semesters habe ich beispielsweise angefangen Tennis zu spielen und im Chor zu singen. Darüberhinaus habe ich angefangen zu klettern. Für ein Wochenende sind wir in die Nähe von Grenoble gefahren, um dort in den Bergen unsere gesammelten Kenntnisse unter beweis zu stellen. Das war echt geil! Dazu wäre ich sonst nie gekommen. Wir waren auch fast jeden Abend unterwegs und haben viele Ausflüge in umliegende Gegenden gemacht. Besonders clever ist es, sich einen Einheimischen zu suchen, der einem die Geheimtipps zeigt. Bei mir war das mein Mitbewohner.

 

Gab es Schwierigkeiten bei der Finanzierung? Inwiefern haben dich Erasmus+ und die hwtk unterstützt?

Das lief alles  reibungslos. Das International Office hat mich gut durch den Papierkram gebracht. Sobald das alles erledigt war, war dann das Geld des Erasmus+ Programms auch schon auf meinem Konto. Zusätzlich kann man auch einen Antrag auf Auslandsbafög stellen. In Frankreich selbst gibt es noch die Möglichkeit Wohngeld zu erhalten. Damit schafft man es dann recht gut durch die Zeit. Eine kleine Rücklage sollte man trotzdem haben. Frankreich ist etwas teurer als Deutschland aber man lernt schnell, welche Bars beispielsweise am günstigsten sind und wie man am billigsten Reisen kann.

 

Konntest du sämtliche Prüfungsleistungen, die du im Ausland abgelegt hast anerkennen lassen?

Es hat etwas gedauert, bis ich in Frankreich einen Stundenplan zusammengestellt hatte, der wirklich alle Fächer widerspiegelt, die ich auch in Deutschland hätte belegen müssen. Das Learning Agreement, das vor der Abreise erstellt wird musst komplett umgeschrieben werden. Viele Fächer wurden nicht mehr angeboten oder überschnitten sich zeitlich. Aber am Ende hat dann alles geklappt und die Prüfungsleistungen konnten ohne Probleme anerkannt werden.

 

Wie geht es für dich weiter? Gibt es schon konkrete Zukunftspläne deinerseits?

Hoffentlich habe ich im Oktober meinen Bachelor fertig. Danach mal gucken wohin der Wind mich treibt.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der Bachelorarbeit!